Am Dienstag hat Facebook für alle Nutzer die neue “soziale” Suche frei geschaltet. Bei einer Suchanfrage werden nicht länger nur einzeilig Freunde, Fanpages, Gruppen und Events vorgeschlagen. Die komplette Liste wurde erweitert und der Nutzer sieht jetzt das Profilbild bei Freunden, Pages, Gruppen und Anwendungen. Zudem wird in einer weiteren Zeile angezeigt in welchem Netzwerk der Nutzer ist oder zu welcher Kategorie eine Fanpage gehört.
Der soziale Faktor ist nun aber ein anderer. So werden zusätzlich zu den Ergebnissen zu denen man bereits in einer Verbindung steht auch solche angezeigt zu denen die eigenen Freunde in einer Verbindung stehen. Wodurch eine viel höhere Sichtbarkeit im Netzwerk erzeugt wird. Sichtbarkeit die richtig genutzt werden muss. So ist es jetzt noch wichtiger für eine Fanpage den richtigen Namen, das richtige Profilbild und die richtige Kategorie zu wählen. Denn hiermit kann in der neuen Suche geworben werden. Wir können auch gespannt sein ob das bessere Auffinden von Fanpages in der Suche einen sichtbaren Effekt auf die Anzahl der neuen Fans haben wird.
Die Umsetzung der sozialen Suche passt sehr gut in das Bild des Kampfes Facebook gegen Google. Viele sehen hier eine der nächsten Fronten im Streit um die Vorherrschaft im Web. Nicht zuletzt da Facebook Google nach eindeutigen Besuchen inzwischen überholt haben soll. Auch verbringen Nutzer täglich mehr Zeit auf Facebook als auf Google. Diesen Vergleich sehen wir aber etwas kritischer. So unterscheiden sich die Anfragen, welche Nutzer an die Suchfelder der jeweiligen Plattformen stellen doch massiv. Nicht zuletzt weil die Facebook Suche häufig der schnellste Weg der Navigation auf der Plattform ist und nur im weitesten Sinne als “echte Suche” genutzt wird.
Es ist schon auffällig, mit dem neuen Facebook Design wurde dem Chat eine neue prominente Bühne im Layout eingeräumt. Seit zwei Wochen findet sich eine Liste mit den aktuell auf der Plattform aktiven Freunden direkt Links unter den Anwendungen. Eine Änderung, die auch in früheren Screenshots des Designs so nicht zu sehen war. Als weiteren Schritt hat Facebook seinen Chat auf das offenen Chat Protokoll Jabber (XMPP) umgestellt. Damit können Facebook Nutzer ihren Chat auch in vielen externen Chatprogrammen, sowohl auf Windows, als auch auf MacOS und Linux Rechnern nutzen. Facebook stellt hierfür auch direkt die passenden Anleitungen zur Einrichtung des Accounts zur Verfügung.
Nur warum macht Facebook das? Facebook will Menschen verbinden und die globale Schnittstelle werden über welche die Kommunikation der Zukunft abgewickelt wird. Dafür werden die eigenen Technologien extrem gepusht, auch außerhalb der eigenen Internetseite. Nicht zuletzt wird auch die Stickiness der eigenen Internetseite erhöht. Zur Zeit verbringt der durchschnittliche Nutzer 55 Minuten auf der Plattform. 55 Minunten in denen er Page-Impressions und somit auch Ad-Impressions erzeugt. In diesem speziellen Fall ist eines der obersten Ziele, Facebook als wichtigste Chat Plattform vor anderen Anbietern zu etablieren. Dafür ist es nur von Vorteil wenn der Facebook Chat in möglichsten vielen Anwenderprogrammen genutzt werden kann.
Eine weitere Besonderheit mit der Facebook seine Plattform auf externen Seiten pusht ist die Facebook Connect. Mit der Schnittstelle sind Facebook Funktionen, wie auch der Chat, auf der eigenen Internetseite verfügbar und können in die eigenen Anwendungen integriert werden. Bereits jetzt nutzten 2/3 der größten Internetseiten in den USA und mehr als die Hälfte der globalen Top 100 einige Funktionen der Schnittstelle. Facebook ist also bereits auf dem besten Weg mit seinen Produkten die globale Schnittstelle zu werden und mit jedem neuen Nutzer kommen sie diesem Ziel einen Schritt näher.
Schwarz, rot, weiß, pink, … ein kleiner Sturm “farbiger” Statusupdates hat in den vergangen Tagen die Facebookprofile weiblicher Nutzer rund um den Globus bereichert. Nach einiger Verwirrung auf Seiten der Männer hat es sich inzwischen aber rumgesprochen: ES sind die aktuell getragenen BH Farben gemeint.
Auslöser für diesen Sturm war eine Kettenmail, welche nur an andere Frauen weiter geleitet werden durfte:
“Some fun is going on…. just write the color of your bra in your status. Just the color, nothing else. It will be neat to see if this will spread the wings of breast cancer awareness. It will be fun to see how long it takes before people wonder why all the girls have a color in their status… Haha .”
Neben der guten Sache, an Brustkrebs erkranken jedes Jahr 57.000 Frauen in Deutschland und eine Früherkennung kann vielen von ihnen das Leben retten, wollen wir uns kurz anschauen, warum diese Farbmessages einen so großen viralen Erfolg haben und hatten:
Secret 1 – Die Unterwäsche(farbe) der meisten Frauen ist ihr persönliches Geheimnis.
Secret 2 – Die Kettenmail soll vor den Männern geheim gehalten werden. Nur Frauen wissen worum es bei den Farben geht.
Easy 1 – Die eigene BH Farbe rauszufinden sollte für die meisten Frauen kein Problem sein.
Easy 2 – Sie zu posten verlangt ebensowenig Aufwand, vielleicht aber etwas Mut.
Fun – Die verwirrten Kommentare der männlichen Nutzer bringen auf Frauenseite eine Menge Spaß.
Sex sells – Es geht hier, wenn auch nur indirekt, um Brüste.
Good Cause – Es geht um eine gute Sache, die Aufmerksamkeit für eine gefährliche Krankheit.
Chainletter – Kettenbriefe funktionieren noch immer. Erst recht, wenn sie nur weitergesendet werden müssen und keine wirkliche Arbeit (Easy 3) mit verbunden ist.
Die Agentur Forsman & Bodefors hat mit einem kleinen Budget eine sehr erfolgreiche Facebook Kampagne für den Möbelhersteller IKEA gestartet. Das Youtube Video erklärt das Prinzip der Kampagne auf einfachem und schnellen Wege.
Hinter dem Konzept stand die Verlosung von Produkten über Facebook, unter einem speziellen Account wurden Bilder von IKEA Showrooms veröffentlicht. Der erste Nutzer der sich auf einem Produkt im Showroom verlinkt war der Gewinner des entsprechendes Produkt. Die Idee ist so simpel wie erfolgreich. Allein durch die Verlinkung der Nutzer in den Fotos wird die Verbreitung im ActivityStream unter den Kontakten extrem gefördert.
So sind neben dem Namen und dem Wohnort in dem Film auch Informationen zum Arbeitgeber, Geburtstag und den in Facebook angelegten Alben vorhanden. Auf einer weiteren Seite werden zudem Beziehungsstatus und letzte Statusmeldung ausgegeben. Die mir im Film zu Last gelegten Straftaten (Organhandel, Kidnapping und Mord) möchte ich an dieser Stelle übrigens von mir weisen.
Diese Webseite zeigt sehr schön, wie individualisiert Werbung mit Facebook Connect möglich ist. Daten, die früher teuer erkauft werden mussten stehen Seitenbetreibern heute kostenlos zur Verfügung. Sie werden ihnen vom Nutzer sogar noch angetragen. Das einzige was der Nutzer dafür verlangt ist ein wenig bisher noch nicht gesehene Unterhaltung bei der er im Mittelpunkt steht. Hier werden wir in nächster Zeit sicher noch viele spannende Anwendungsfälle sehen, nicht zuletzt, da Facebook in den nächsten Wochen auch den Zugriff auf die E-Mail Adresse des Nutzers gestatten wird und so einen neuen (Werbe-)Kanal öffnet.
Zu beachten bleibt dabei aber immer, Facebook verbietet die permanente Speicherung dieser Nutzerdaten. Gleichwohl stehen sie nach einer genehmigten Connect Verbindung durch den Nutzer jederzeit und aktuell aus der Facebook Datenbank zur Verfügung.